Die Grotten von Frasassi
Die Grotten von Frasassi wurden am 25. September 1971 von Rolando Silvestri entdeckt. Herr Silvestri gehörte der speleologischen Gruppe des Italienischen Alpenvereins (CAI) aus Ancona an, die von Giancarlo Cappanera geleitet wurde. Während der fünfziger und sechziger Jahre wurden durch verschiedene CAI-Gruppen weitere Orte entdeckt (darunter ein ein Kilometer langer Tunnel von der Grotta del Fiume). Im Juli 1971 waren einige Bauern aus Jesi überrascht, als sie ein kleines Loch im Boden entdeckten, aus dem warme Luft strömte. Sie begannen sofort zu graben und fanden den Eingang zu einem komplizierten Labyrinth aus Höhlen und Tunneln mit einer Länge von mehr als 5 km.
Zunächst waren diese Entdecker aufgrund mangelnder Ausrüstung nicht in der Lage, den Boden der Höhle zu erreichen. Sie berechneten die Höhe der Höhle, indem sie einen Stein warfen und die Fallzeit massen. Diese erste, eher ungenaue Messung der Höhe liess sie glauben, dass die Höhle 100 m hoch sei. Nachdem sie eine angemessene Ausrüstung zusammengestellt hatten, erkundeten sie das, was später zu Ehren der Heimatstadt der Entdecker „Abisso Ancona“ genannt wurde. Jede Zeitung veröffentlichte einen Artikel darüber. Die Grotten von Frasassi wurden innerhalb von zwei Wochen extrem berühmt. Am 8. Dezember 1971 wurde ein weiterer Tunnel entdeckt, der die Grotta del Fiume mit der Grotta del Grande Vento verbindet. Dieser Tunnel wurde „Condotta dei Fabrianesi“ genannt. Weitere Entdeckungen folgten und mehr Höhlen wurden gefunden. Heute sind die Grotten von Frasassi 13 km lang. Die bekanntesten sind: „Sala 200“, ein 200 m langer Tunnel, „Sala delle Candeline“, die voll von [Stalagmiten] ist, die „Sala Bianca“ aus reinem [Calcit], die „Sala dell’Orsa“, in der ein grosser Felsen in Form eines Bären liegt, und die „Sala Infinito“ (Der unendliche Saal), in dem die Entdecker die Orientierung verloren und stundenlang umherwanderten, weshalb sie glaubten, der Saal sei unendlich.